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ROI Leadership Development

Wie berechnet man den ROI von Leadership Development? Welche Hebel gibt es – und warum bleibt das Potenzial in den meisten Unternehmen ungenutzt? Eine strukturierte Erklärung.

Kurzdefinition

Der ROI Leadership Development (Return on Investment) misst das Verhältnis zwischen dem finanziellen und strategischen Nutzen von Führungskräfteentwicklungsmaßnahmen und den dafür aufgewendeten Investitionen. Er setzt sich aus vier Wirkungsebenen zusammen: Kosteneinsparungen durch professionelleren Einkauf, Effizienzgewinne durch bessere Prozesse, Performance Impact durch stärkere Führung und Retention-Wert durch geringere Fluktuation. Der ROI von Leadership Development ist messbar – wird aber in den meisten Unternehmen weder gemessen noch gesteuert.

Abgrenzung – Was ROI Leadership Development NICHT ist

ROI Leadership Development ist nicht:

  • Teilnehmerzufriedenheit. Ob Führungskräfte ein Programm gut fanden, sagt nichts über den ROI aus. Zufriedenheit ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Wirkung.
  • Lernzielkontrolle. Ob jemand nach einem Training mehr weiß als vorher, ist keine ROI-Messung. ROI entsteht, wenn Wissen in verändertes Verhalten und dieses in Businessergebnisse übersetzt wird.
  • Unberechenbar. Der ROI von Leadership Development ist schwerer zu messen als bei Maschineninvestitionen – aber er ist messbar. Wer sagt, er sei es nicht, hat noch nicht ernsthaft versucht, ihn zu messen.

Praxisbeispiel

Ein Industriekonzern investiert 5 Mio. Euro jährlich in Leadership Development. 200 Führungskräfte, Payroll 20 Mio. Euro. Keine Strategie, kein Preferred Supplier, kein KPI-Tracking.

Konservative ROI-Rechnung nach Professionalisierung des Einkaufs:

Cost Savings (20% Einsparung durch Konsolidierung & Verhandlung): 1,0 Mio. €

Effizienzgewinn (20h/Jahr/FK weniger Aufwand × 200 × 100 €/h): 0,4 Mio. €

Performance Impact (+3% Produktivität auf 20 Mio. € Payroll): 0,6 Mio. €

Retention (10 FK weniger Fluktuation × 150k € Replacement Cost): 1,5 Mio. €

Total Value: 3,5 Mio. €. Bei 500k € Investition in die Professionalisierung: ROI = 6x.


ROI Leadership Development: Die Zahl, die niemand kennt

Jedes Unternehmen kennt den ROI seiner Maschinen. Kaum eines kennt den ROI seiner Führungskräfteentwicklung. Das ist kein Zufall – es ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Kategorie-Behandlung als „weichem Thema“, das sich angeblich nicht messen lässt.

Dabei ist die Messbarkeit des ROI von Leadership Development keine Frage der Möglichkeit. Es ist eine Frage des Wollens. Und des richtigen Rahmens.


Die vier Wirkungsebenen

Der ROI von Leadership Development entsteht auf vier Ebenen – die zusammen ein vollständiges Bild ergeben:

  1. Cost Savings. Wer Leadership-Dienstleistungen professionell einkauft, zahlt weniger. Vendor Consolidation, bessere Verhandlung, weniger Wildwuchs. Typische Einsparung: 15–25% bei niedrigem Reifegrad, 5–10% bei hohem. Das ist der direkteste und am schnellsten realisierbare Hebel.
  2. Efficiency Gains. Standardisierte Prozesse sparen Zeit – bei HR, bei Einkauf, bei Führungskräften. Weniger Doppelarbeit, schnellere Entscheidungen, weniger reaktive Feuerwehreinsätze. Der Effizienzgewinn ist moderat, aber konsistent.
  3. Performance Impact. Bessere Anbieter, besser gesteuerte Programme, höhere Transferrate – das führt zu besserer Führung, höherer Produktivität, besseren Entscheidungen. Proxy: 1–3% Produktivitätssteigerung auf die Führungskräfte-Payroll. Das ist der größte Hebel – und der am schwersten zu messen.
  4. Retention Impact. Bessere Führung reduziert Fluktuation. Jede vermiedene Kündigung einer Führungskraft spart – konservativ geschätzt – 100–200% eines Jahresgehalts an Replacement Costs. Bei 10 vermiedenen Abgängen und 150k € Replacement Cost: 1,5 Mio. €.

Der Zusammenhang zwischen Reifegrad und ROI

Der ROI-Hebel hängt direkt vom Reifegrad ab: Je niedriger der Reifegrad, desto höher das Potenzial.

Reifegrad 1–2 (Ad-hoc / Fragmentiert): 20–30% Einsparungspotenzial beim Spend, hoher Performance-Hebel

Reifegrad 3 (Standardisiert): 10–15% Einsparungspotenzial, moderater Performance-Hebel

Reifegrad 4–5 (Integriert / Performance-driven): 5–10% Optimierungspotenzial, primär Wirkungsoptimierung

Die meisten Unternehmen in Deutschland liegen schätzungsweise bei Reifegrad 1,5 bis 2,5. Das Potenzial ist entsprechend hoch. Und es wird nicht gehoben – weil niemand weiß, dass es existiert.


Warum der ROI trotzdem selten gemessen wird

Drei Gründe, warum der ROI von Leadership Development in der Praxis ignoriert wird:

  • Fehlendes Interesse. Wer den ROI nicht kennt, kann keine unbequemen Fragen stellen. Solange niemand fragt, bleibt das Budget sicher.
  • Fehlende Datenbasis. Ohne Spend-Transparenz, ohne KPIs, ohne systematisches Feedback gibt es keine Grundlage für eine ROI-Berechnung.
  • Falsche Erwartung. Viele glauben, ROI-Messung bei Leadership Development sei zu komplex oder zu ungenau. Dabei reichen Proxy-Formeln und konservative Schätzungen, um einen belastbaren Business Case zu bauen.

Der ROI von Leadership Development ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass er nicht gemessen wird. Und was nicht gemessen wird, wird nicht gesteuert. Und was nicht gesteuert wird, verpufft.


Verwandte Begriffe

•      Leadership Procurement Maturity Assessment

•      Leadership Spend Analyse

•      Cost Savings HR Procurement

•      Retention Impact Leadership

•      Performance Impact Leadership

•      KPI Leadership Development


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